Forschung

Aktuelle Projekte 2012

“Wirkung einer mit Vitamin B12 angereicherten Zahnpasta auf den Vitamin B12-Status“

Im Auftrag eines namhaften Naturkosmetikherstellers und in Zusammenarbeit mit dem Vegetarierbund Deutschland e.V. führen wir aktuell eine wissenschaftliche Untersuchung durch, die die Frage beantworten soll, ob eine mit Vitamin B12 angereicherte Zahnpasta bei regelmäßiger Verwendung den Vitamin B12-Status verbessern kann.

Hintergrund: Vitamin B12 ist praktisch ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten. Insbesondere bei veganer Ernährung bzw. vegetarischer Ernährung mit einem sehr geringen Anteil an Milchprodukten und/oder Ei sollte deshalb auf eine ausreichende Zufuhr des Vitamins geachtet werden. Studien zeigen, dass bei beiden Gruppen sowohl die Zufuhr teilweise deutlich unter den Empfehlungen liegt, als auch die Versorgung unbefriedigend ist. Weitere Risikogruppen für eine schlechte Vitamin B12-Versorgung sind ältere Menschen, insbesondere bei chronischer Gastritis, Personen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder der Bauchspeicheldrüse, mit einer Magenresektion sowie mit einem Mangel an Intrinsic Factor (IF).

Um die Versorgung der genannten Risikogruppen mit Vitamin B12 zu verbessern bzw. einen Mangel zu beheben, werden – je nach Gruppe – Nahrungsergänzungsmittel (oral appliziert in Form von Tropfen oder Tabletten), mit Vitamin B12 angereicherte Lebensmittel sowie intramuskuläre bzw. intravenöse Gaben von Vitamin B12 verwendet.

Einzelne Studien weisen darauf hin, dass Vitamin B12 auch über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann. Daher ist anzunehmen, dass auch die Verwendung einer mit Vitamin B12 angereicherten Zahnpasta eine Möglichkeit darstellen könnte, zur Verbesserung des Vitamin B12-Status beizutragen. Da viele Menschen Nahrungsergänzungsmittel sowie Injektionen aus unterschiedlichen Gründen ablehnen, könnte eine entsprechende Zahnpasta für diese Personen eine akzeptable Alternative darstellen.

Erste Ergebnisse: Von den 128 Teilnehmern sind 83 Frauen und 45 Männer. Das Durchschnittsalter beträgt 36 Jahre, die Altersspanne reicht von 18 bis 64 Jahren. Etwa 30 Prozent der Probanden leben vegetarisch, 70 Prozent sind Veganer. Knapp die Hälfte der Teilnehmer weiß oder vermutet, dass sie ausreichend mit Vitamin B12 versorgt sind, während rund ein Viertel annimmt, nicht ausreichend versorgt zu sein.

Tatsächlich zeigte die Analyse der Blutproben, dass bei rund 29 Prozent der Probanden ein Vitamin B12-Mangel vorliegt. Betroffen sind 37 Prozent der Veganer und acht Prozent der Vegetarier. Diesen Teilnehmern wurde empfohlen, ihren Vitamin B12-Mangel zeitnah behandeln zu lassen. Außerdem mussten sie aus medizinischen Gründen von der weiteren Teilnahme an der regulären Studie ausgeschlossen werden.

Aktueller Stand: Die Studie geht in die letzte Runde. Nachdem die Probanden fünf Wochen lang ausschließlich die Test-Zahnpasta bzw. eine Placebo-Zahnpasta verwendet haben, werden diese Woche zum zweiten Mal Blutproben entnommen. Diese werden danach im Labor analysiert und anschließend von uns ausgewertet. Eine Pressekonferenz am 10.Mai in Berlin stellt dann die ersten Ergebnisse vor.

Weitere Infos finden Sie hier.


Abgeschlossene Projekte 2011

“Instrumente im Sinne einer nachhaltigen, klimafreundlichen Fleischproduktion”

Auftraggeber: Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e. V.

Im Auftrag des Hilfswerks MISEREOR führte das IFANE eine Studie mit dem Thema „Instrumente im Sinne einer nachhaltigen, klimafreundlichen Fleischproduktion“ durch. Die Studie war Teil eines aus drei Untersuchungen bestehenden Forschungsprojekts für den MISEREOR-Arbeitsbereich „Klimawandel und Gerechtigkeit“. Dabei sollte u.a. geklärt werden, wie sich die bestehenden Subventionsmechanismen der EU im Bereich der Fleischproduktion auf Nachhaltigkeitsindikatoren auswirken. Außerdem sollten Lösungsansätze erarbeitet werden, welche regulatorischen Maßnahmen (z.B. Fleisch- oder Futtermittelsteuer, Einbeziehen der Landwirtschaft in den Emissionshandel) geeignet wären, um die Fleischproduktion nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf der Schweinemast in Deutschland.

Die Studie wird in Kürze veröffentlicht werden.

Weitere Informationen
Fachpublikationen über die Ergebnisse der Studie sind in Vorbereitung.


 Abgeschlossene Projekte 2010

“Flugimporte von Lebensmitteln und Blumen nach Deutschland”

Eine Untersuchung im Auftrag der Verbraucherzentralen

Transporte mit dem Flugzeug sind besonders belastend für die CO2-Bilanz und damit in hohem Maße klimaschädlich. Ziel der Studie war es, zu untersuchen, bei welchen Lebensmitteln und zu welchen Jahreszeiten Verbraucher verstärkt damit rechnen müssen, dass die im Handel angebotene Ware auf dem Luftweg nach Deutschland gelangt ist.

Studie zum Downloaden
Flyer der Verbraucherzentralen “Klima schonen – Flugware kennzeichnen” zum Downloaden

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