Abgeschlossene Projekte

Abgeschlossene Projekte 2019

“VeChi-Diet-Studie”

Zielsetzung: In der Vorstudie wurden bundesweit erste Informationen zum Ernährungs- und Gesundheitszustand vegan und vegetarisch ernährter Kinder und Jugendlicher bis einschließlich 15 Jahren erfasst. In der zweiten Phase der VeChi-Diet Studie, die im Oktober 2016 startete, war der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit bei Kindern im Alter von 1-3 Jahren von Interesse. Besonderer Fokus sollte auf den vegetarisch und vegan ernährten Kindern liegen.

Methoden: In der Vorstudie wurden mithilfe eines Online-Fragebogens Informationen zur Ernährungsweise und den Motiven für eine vegetarische bzw. vegane Ernährung erfasst. In der zweiten Phase füllten die Eltern der 1-3-jährigen Kinder einen Online-Fragebogen und ein 3-tägiges Ernährungsprotokoll aus.

Ergebnisse: Im April 2019 wurden die ersten Ergebnisse veröffentlicht. Die Eltern von 430 vegetarisch, vegan oder omnivor ernährten Kindern füllten den Fragebogen und das Ernährungsprotokoll aus. Zwischen den Gruppen gab es keine signifikanten Unterschiede bei der Energiezufuhr und den erhobenen anthropometrischen Daten (weight-for-height, height-for-age, weight-for-age). Omnivor ernährte Kinder hatten die höchste Protein- und Fettzufuhr, sowie den höchsten Konsum von zugesetztem Zucker. Vegane Kinder nahmen die meisten Ballaststoffe und höchsten Kohlenhydratmengen auf.

Weitere Ergebnisse über die Zufuhr mit Vitaminen und Mineralstoffen werden 2020 veröffentlicht.

Schlussfolgerung: Vegane oder vegetarische Ernährung im Kindesalter kann die gleichen Energie- und Makronährstoffmengen bereitstellen und führt zu einem normalen Körpergewicht im Vergleich zu den omnivor ernährten Kindern.

Hier geht es zur Homepage der Studie: https://www.vechi-studie.de/

Die ersten Ergebnisse sind unter diesem Link einsehbar: https://www.mdpi.com/2072-6643/11/4/832

Weder, Stine; Hoffmann, Morwenna; Becker, Katja; Alexy, Ute; Keller, Markus (2019): Energy, Macronutrient Intake, and Anthropometrics of Vegetarian, Vegan, and Omnivorous Children (1⁻3 Years) in Germany (VeChi Diet Study). In: Nutrients 11 (4). DOI: 10.3390/nu11040832 .


“Eine Untersuchung des Ernährungsverhaltens von vegan lebenden Erwachsenen aus dem Großraum Gießen, Hessen”

Hintergrund: Über das aktuelle Ernährungsverhalten von veganen Menschen in Deutschland ist wenig bekannt. In einer Querschnittsstudie wurden die Verzehrsgewohnheiten von Veganern/-innen im Großraum Gießen untersucht.

Methoden: Vegan lebende Erwachsene (≥ 1 Jahr) wurden im Großraum Gießen rekrutiert. Ein 3-Tage-Schätzprotokoll diente der Erfassung des Lebensmittelverzehrs und ein OnlineFragebogen der Erhebung soziodemografischer, anthropometrischer und gesundheitsbezogener Daten. Aus den Angaben des Schätzprotokolls wurde das arithmetische Mittel ± SD des Verzehrs der verschiedenen Lebensmittelgruppen berechnet und mit den Empfehlungen der Gießener veganen Lebensmittelpyramide verglichen.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der 62 Teilnehmer/-innen (54 Frauen, 8 Männer) lag bei 27,1 ± 9,3 Jahren. Das Schätzprotokoll füllten 44 Frauen und 6 Männer aus. Auf 3 Tage bezogen wurden die empfohlenen Verzehrsmengen für alkoholfreie Getränke (2,1 ± 0,8 L/d), Gemüse (563,8 ± 361,1 g/d), Obst (388,4 ± 386,0 g/d) und Hülsenfrüchte bzw. weitere Proteinquellen (156,5 ± 134,3 g/d) im Mittel erreicht und übertroffen. Bei pflanzlichen Milch- und Milchproduktalternativen ist im Durchschnitt die Mindestverzehrsempfehlung erreicht worden (203,4 ± 170 g/d). Die Empfehlungen für Getreide(produkte) und Kartoffeln (2,1 Portionen), für Nüsse und Samen (26,1 ± 21,1 g/d) sowie für pflanzliche Öle und Fette (13,5 ± 14,1 g/d) wurden durchschnittlich unterschritten.

Schlussfolgerung: Wie die Erfassung des 3-tägigen Lebensmittelverzehrs zeigte, lagen die Verzehrsmengen der Lebensmittelgruppen Getreide(produkte) und Kartoffeln, Nüsse und Samen sowie Öle und Fette im Schnitt unter den lebensmittelbasierten Empfehlungen der Gießener veganen Lebensmittelpyramide und sollten erhöht werden.

Die Ergebnisse der Studie wurden 2019 auf dem 56. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) mit dem Titel „Lebensjahre in Gesundheit – was leistet die Ernährung?“ in Gießen vorgestellt. Eine Zusammenfassung des Vortrags ist im Abstractband des Kongresses erschienen:

Muthny J, Weder S, Keller M (2019): Eine Untersuchung des Ernährungsverhaltens von vegan lebenden Erwachsenen aus dem Großraum Gießen, Hessen. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (Hrsg.): Abstractband zum 56. Wissenschaftlichen Kongress. Proc. Germ. Nutr. Soc., Vol. 25 (2019)


Abgeschlossene Projekte 2018

“Pilotstudie zu Auswirkungen einer veganen Ernährungsumstellung auf Lebensmittelverzehr, Nährstoffzufuhr und ausgewählte Nährstoffparameter von männlichen Volleyballern”

Zielsetzung: Das Ziel der Studie war es, zu untersuchen ob eine zwölfwöchige vegane Ernährungsumstellung zu einer Leistungssteigerung bei gesunden männlichen Breitensportlern (Volleyballspieler) führt und ob die Ernährungsumstellung einen Einfluss auf nährstoffrelevante Parameter hat.

Methoden: Es wurden die Verzehrsdaten (n= 9) und Blutwerte (n= 11) von männlichen Volleyballern aus Deutschland unter omnivoren und veganen Ernährungsbedingungen erhoben. Zur Erfassung der Verzehrsdaten wurden 3-Tage-Wiege-Verzehr-Protokolle (WVP) geführt. Ein WVP wurde vor der Untersuchung (omnivore Ernährung) ausgefüllt und zwei während der Intervention (vegane Ernährung). Zudem erfolgte vor und nach der Intervention eine Blutuntersuchung zur Bestimmung von Nährstoffparametern.

Ergebnisse: Durch die Ernährungsumstellung stieg der Verzehr von Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Soja- und Vollkornprodukten an. Die vegane Ernährung führte bei den Sportlern zu einer negativen Energiebilanz, jedoch mit vergleichsweise geringem mittlerem Gewichtsverlust (- 2,1 kg). Die D-A-C-H-Referenzwerte konnten unter veganen Bedingungen besser umgesetzt werden, als unter omnivoren. Jedoch wurde die Mindestproteinzufuhr von einigen Probanden unterschritten und die Zufuhr langkettiger ω-3-Fettsäuren sank. Die Zusammensetzung der Fettsäurezufuhr verbesserte sich jedoch (SFA ↓, PUFA ↑). Die ermittelten Konzentrationen der Nährstoffparameter wiesen, außer bei Vitamin D und Folsäure, auf einen guten Versorgungsstatus hin.

Schlussfolgerung: Mit einer veganen Ernährungsweise ist die bedarfsgerechte Zufuhr der meisten Nährstoffe möglich. Davon ausgenommen sind die kritischen Nährstoffe Vitamin B12 und Vitamin D. Für vegane Sportler empfiehlt sich eine gezielte Nahrungsergänzung (Vitamin B12 und Vitamin D) und der Einsatz angereichter Lebensmittel, sowie regelmäßige ärztliche Überprüfung des Körpergewichts und des Nährstoffstatus.


Abgeschlossene Projekte 2016

“Wirkung eines mit Vitamin B12 angereicherten Zahngels auf den Vitamin-B12-Status von Veganern” – Kurzübersicht der Ergebnisse (14.07.2016)

Hintergrund: Veganer sind eine Risikogruppe für einen Vitamin-B12-Mangel, da pflanzliche Lebensmittel praktisch frei von Vitamin B12 (VB12) sind. VB12 wird nicht nur aktiv mittels Intrinsic-Faktor im unteren Dünndarm (terminales Ileum) absorbiert, sondern kann auch über die Schleimhaut der Mundhöhle aufgenommen werden (passive Diffusion). Eine 2011 durchgeführte Pilotstudie mit einer VB12-angereicherten Zahncreme zeigte, dass sich der VB12-Status der vegetarischen und veganen Probanden nach 5-wöchiger Versuchsdauer teilweise deutlich verbessert hatte. Offen blieb jedoch, ob die Nutzung einer entsprechenden Zahncreme (oder eines Zahngels) auch über einen längerer Zeitraum den VB12-Status verbessern kann.

Zielsetzung: Die Untersuchung der Wirkung eines mit VB12 angereicherten Zahngels im Vergleich zu einem Placebo-Zahngel auf VB12-Blutparameter von Veganern über einen Zeitraum von 12 Wochen.

Methoden: Die Interventionsstudie umfasste 66 gesunde Erwachsene, die seit mindestens zwei Jahren vegan lebten und sich davor seit mindestens drei Jahren vegetarisch oder vegan ernährt hatten. Nach einer zufälligen Verteilung (Randomisierung) gehörten 36 Personen (54,5 %) der Verum- und 30 Personen (45,5 %) der Placebo-Gruppe an. Beiden Gruppen wurden identisch aussehende Testtuben mit Zahngel gleicher Farbe und Konsistenz ausgeteilt, jedoch enthielt nur das Verum-Zahngel VB12. Die Studienteilnehmer wurden dazu angehalten, das jeweilige Zahngel 12 Wochen lang zweimal täglich für je zwei Minuten anzuwenden. Zu Beginn und nach der Intervention wurden Blutproben entnommen und die Konzentrationen von SerumVB12, Holo-Transcobalamin II (HoloTC), Methylmalonsäure (MMA) und Homocystein (Hcy) gemessen. Die Blutentnahmen erfolgten zeitlich und räumlich zentralisiert an den jeweiligen Studienorten Berlin, Essen, Gießen und Homburg/Saar.

Studienteilnehmer: Männer und Frauen waren über beide Studiengruppen nahezu gleichverteilt; der Frauenanteil betrug 66,7 %. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 29 Jahren und der mittlere Body Mass Index (BMI) bei 21,5 kg/m2. Über zwei Drittel (68,2 %) der Studienteilnehmer lebten zwei bis weniger als fünf Jahre vegan. Etwa 79 % der Teilnehmer gaben zu Beginn der Studie an, VB12 zu supplementieren (angereicherte Lebensmittel, Tabletten/Kapseln oder eine Kombination von beidem; kein/e Zahncreme/Zahngel). Während der Intervention sollte das bisherige Supplementierungsverhalten beibehalten werden, um eine Verfälschung der Ergebnisse auszuschließen.

Ergebnisse: Zu Untersuchungsbeginn wichen die HoloTC- und Hcy-Werte der beiden Studiengruppen signifikant von einander ab (p < 0,05), während die Baseline-Werte von SerumVB12 und MMA keinen signifikanten Unterschied aufwiesen. Nach Ende der Intervention zeigten sich bei den Studienteilnehmern der Verum-Gruppe signifikante Anstiege von SerumVB12 (256 auf 355 pmol/L [p = 0.001]) und HoloTC (34 auf 64 pmol/L [p < 0.001]) sowie ein signifikantes Absinken von MMA (301 auf 212 nmol/L [p = 0.016]). Hcy verringerte sich zwar ebenfalls, allerdings nicht signifikant (n. s.) (10,5 auf 9,7 µmol/L). In der Placebo-Gruppe sanken SerumVB12 und HoloTC n. s. ab, während MMA und Hcy n. s. anstiegen. Damit lagen in der Verum-Gruppe alle untersuchten Werte wieder im Referenzbereich (siehe Übersicht 1).
Die supplementierenden Probanden begannen die Intervention zwar durchschnittlich mit einem signifikant besseren VB12-Status als die nicht-supplementierenden Probanden, dennoch war die durchschnittliche VB12-Versorgung in beiden Studiengruppen zu Beginn der Studie unbefriedigend. Die statistische Analyse zeigte, dass das Supplementierungsverhalten keinen Einfluss auf die Ergebnisse der Intervention hatte.

Schlussfolgerung: Die Verwendung eines mit VB12 angereicherten Zahngels über einen Zeitraum von 12 Wochen verbesserte den VB12-Status von Veganern.

Auftraggeber und Finanzierung der Studie: Logocos Naturkosmetik AG, Salzhemmendorf
Durchführung der Studie: Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE), Gießen
Studienleitung: Dr. Markus Keller

Erste Ergebnisse der Vitamin-B12-Zahncreme Studie wurden bereits am 04.03.2016 auf dem 53. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) mit dem Titel „Der Mensch ist, was er isst“ in Fulda vorgestellt. Eine Zusammenfassung des Vortrags ist im Abstractband des Kongresses erschienen:

Siebert AK, Müller S, Keller M (2016): Wirkung einer mit Vitamin B12 angereicherten Zahncreme auf den Vitamin B12-Status von Veganern – erste Ergebnisse. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (Hrsg.): Abstractband zum 53. Wissenschaftlichen Kongress. Proc Germ Nutr Soc 21:28.

Die Gesamtergebnisse wurden am 22.04.2016 in Berlin auf dem 4. Wissenschaftlichen Kongress zur Vegetarischen Ernährung und Medizin (VegMed) vorgestellt. Die Zusammenfassung des Vortrags ist hier im Abstractband des Kongresses nachzulesen:

Siebert AK, Müller S, Awwad H, Sputtek A, Obeid R, Keller M (2016): Vitamin B-12-fortified toothpaste improves vitamin B-12 status markers in vegans: a 12 week placebo controlled study. in: VegMed – Scientific Congress for Vegetarian Nutrition and Medicine, Berlin, Germany, April 22-24. Abstracts. Forsch Komplementmed 23 (suppl 1):1-13.

Die Gesamtergebnisse der Studie wurden 2017 im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht:

Siebert AK, Obeid R, Weder S, Awwad HM, Sputtek A, Geisel J, Keller M (2017): Vitamin B-12-fortified toothpaste improves vitamin status in vegans: a 12-wk randomized placebo-controlled study. Am J Clin Nutr 105 (3), 618-25.

Literatur
HERRMANN W, OBEID R (2008): Ursachen und frühzeitige Diagnostik von Vitamin B12-Mangel. Dtsch Ärztebl 105(40): 680-5
HERRMANN W, OBEID R (2013): Utility and limitations of biochemical markers of vitamin B12 deficiency. Eur J Clin Invest 43 (3): 231-7
HERRMANN W, SCHORR H, OBEID R ET AL. (2003): Vitamin B12 status, particularly holotranscobalamin II and methylmalonic acid concentrations, and hyperhomocysteinemia in vegetarians. Am J Clin Nutr 78: 131-6


Abgeschlossene Projekte 2011

“Wirkung einer mit Vitamin B12 angereicherten Zahnpasta auf den Vitamin B12-Status“

Im Auftrag eines namhaften Naturkosmetikherstellers und in Zusammenarbeit mit dem Vegetarierbund Deutschland e.V. führte das IFANE eine wissenschaftliche Untersuchung durch, die die Frage beantworten sollte, ob eine mit Vitamin B12 angereicherte Zahnpasta bei regelmäßiger Verwendung den Vitamin B12-Status verbessern kann.

Hintergrund: Vitamin B12 ist praktisch ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten. Insbesondere bei veganer Ernährung bzw. vegetarischer Ernährung mit einem sehr geringen Anteil an Milchprodukten und/oder Ei sollte deshalb auf eine ausreichende Zufuhr des Vitamins geachtet werden. Studien zeigen, dass bei beiden Gruppen sowohl die Zufuhr teilweise deutlich unter den Empfehlungen liegt, als auch die Versorgung unbefriedigend ist. Weitere Risikogruppen für eine schlechte Vitamin B12-Versorgung sind ältere Menschen, insbesondere bei chronischer Gastritis, Personen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder der Bauchspeicheldrüse, mit einer Magenresektion sowie mit einem Mangel an Intrinsic Factor (IF).

Um die Versorgung der genannten Risikogruppen mit Vitamin B12 zu verbessern bzw. einen Mangel zu beheben, werden – je nach Gruppe – Nahrungsergänzungsmittel (oral appliziert in Form von Tropfen oder Tabletten), mit Vitamin B12 angereicherte Lebensmittel sowie intramuskuläre bzw. intravenöse Gaben von Vitamin B12 verwendet.

Einzelne Studien weisen darauf hin, dass Vitamin B12 auch über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann. Daher war anzunehmen, dass auch die Verwendung einer mit Vitamin B12 angereicherten Zahnpasta eine Möglichkeit darstellen könnte, zur Verbesserung des Vitamin B12-Status beizutragen. Da viele Menschen Nahrungsergänzungsmittel sowie Injektionen aus unterschiedlichen Gründen ablehnen, könnte eine entsprechende Zahnpasta für diese Personen eine akzeptable Alternative darstellen.

Vorgehensweise: Zu Beginn wurde der Vitamin-B12-Status der 127 Teilnehmer anhand von Blutuntersuchungen ermittelt. Gemessen wurden die Parameter Vitamin B12 im Serum, Homocystein und Holo-Transcobalamin. Die Analyse der Blutproben zeigte, dass bei rund 29 Prozent der Probanden ein Vitamin B12-Mangel vorliegt (37 Prozent der Veganer und acht Prozent der Vegetarier). Diesen Teilnehmern wurde aus medizinischen Gründen empfohlen, ihre Teilnahme an der Studie zu beenden und ihren Vitamin B12-Mangel zeitnah behandeln zu lassen. Einige dieser Teilnehmer haben jedoch auf eigene Verantwortung in einer gesonderten Gruppe (Therapiegruppe) weiter an der Studie teilgenommen. Dadurch konnte auch untersucht werden, inwiefern die Zahncreme einem akuten Vitamin-B12-Mangel entgegenwirken kann.

Die Probanden mit Werten im Normbereich wurden per Zufallsauswahl auf zwei Gruppen verteilt, von denen eine die Test-Zahncreme (Verumgruppe) und die andere eine Placebo-Zahncreme (Placebo-Gruppe) erhielt. Die Anreicherung der Test-Zahncreme betrug 100 Mikrogramm Vitamin B12 pro Gramm Zahnpasta. Nachdem die Probanden fünf Wochen lang ausschließlich die Test-Zahnpasta bzw. eine Placebo-Zahnpasta verwendet haben, wurden Ende April ein zweites Mal Blutproben entnommen.

Studienteilnehmer: Von den ursprünglich 127 Teilnehmern konnten bei 101 Teilnehmern beide Blutuntersuchungen analysiert und ausgewertet werden. Die Probandengruppe setzt sich aus 67 Frauen und 34 Männern zusammen. Das Durchschnittsalter beträgt 37 Jahre, die Altersspanne reicht von 18 bis 64 Jahren. Etwa 30 Prozent der Probanden leben vegetarisch, 70 Prozent sind Veganer.

Ergebnisse: Der Wert für Holo-Transcobalamin hat sich in der Verum-Gruppe im Durchschnitt  um 65 Prozent (p<0,001) verbessert. Bei Probanden mit sehr niedrigen Ausgangswerten (Therapie-Gruppe) hat sich der Wert sogar mehr als verdreifacht (p<0,001). Die Vitamin-B12-Konzentration im Serum stieg bei der Verum-Gruppe nur leicht, bei der Therapie-Gruppe hingegen um durchschnittlich 50 Prozent (p<0,001) und damit ebenfalls deutlich an. Bei der Placebo-Gruppe sank hingegen die Konzentration im Serum (p<0,001), der Wert für Holo-Transcobalamin veränderte sich nicht signifikant. Die Homocystein-Werte, ein Indikator, bei dem niedrige Werte gesundheitlich vorteilhaft sind, sind bei der Therapie-Gruppe leicht gesunken (p<0,05), bei der Verum-Gruppe gleich geblieben und bei der Placebo-Gruppe leicht angestiegen. Bei einigen Teilnehmern der Verum-Gruppe hat sich der Vitamin-B12-Status nicht verbessert oder sogar verschlechtert.

Fazit: Die ausschließliche Verwendung der Vitamin-B12-Zahncreme führte während des Testzeitraums von fünf Wochen zu einer deutlichen Verbesserung des Vitamin-B12-Status der Teilnehmer.


“Instrumente im Sinne einer nachhaltigen, klimafreundlichen Fleischproduktion”

Auftraggeber: Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e. V.

Im Auftrag des Hilfswerks MISEREOR führte das IFANE eine Studie mit dem Thema „Instrumente im Sinne einer nachhaltigen, klimafreundlichen Fleischproduktion“ durch. Die Studie war Teil eines aus drei Untersuchungen bestehenden Forschungsprojekts für den MISEREOR-Arbeitsbereich „Klimawandel und Gerechtigkeit“. Dabei sollte u.a. geklärt werden, wie sich die bestehenden Subventionsmechanismen der EU im Bereich der Fleischproduktion auf Nachhaltigkeitsindikatoren auswirken. Außerdem sollten Lösungsansätze erarbeitet werden, welche regulatorischen Maßnahmen (z.B. Fleisch- oder Futtermittelsteuer, Einbeziehen der Landwirtschaft in den Emissionshandel) geeignet wären, um die Fleischproduktion nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf der Schweinemast in Deutschland.

Die Studie wurde im August 2012 veröffentlicht. Die Print-Version der Studie kann bei  MISEREOR bestellt werden. Die Online-Version finden Sie hier.

Weitere Informationen: Fachpublikationen über die Ergebnisse der Studie sind in Vorbereitung.


 Abgeschlossene Projekte 2010

“Flugimporte von Lebensmitteln und Blumen nach Deutschland”

Eine Untersuchung im Auftrag der Verbraucherzentralen

Transporte mit dem Flugzeug sind besonders belastend für die CO2-Bilanz und damit in hohem Maße klimaschädlich. Ziel der Studie war es, zu untersuchen, bei welchen Lebensmitteln und zu welchen Jahreszeiten Verbraucher verstärkt damit rechnen müssen, dass die im Handel angebotene Ware auf dem Luftweg nach Deutschland gelangt ist.

Studie zum Downloaden

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